Das Highlight der Lapplandreise war für mich der Tagesausflug nach Norwegen an den Arktischen Ozean (Wir hatten ja alle noch nicht genug Zeit im Bus verbracht). Einige Enthusiasten haben sogar dort bei entspannten -3°C Wassertemperatur gebadet – das dortige Meerwasser friert erst bei -8°C und tut das wohl dank des Golfstroms sehr selten. Ansonsten konnte man auf der Fahrt viele wichtige Dinge lernen. Zum Beispiel, dass die vier Stunden Dämmerlicht der nahenden Polarnacht kein erstrebenswerter Dauerzustand sind oder dass die Nord-Norweger gerne einen Abstecher nach Finnland machen, um billigen (!) Alkohol zu kaufen… Merke: es geht immer noch teurer – ein Sixpack Bier hat in einem norwegischen Supermarkt schlappe 15€ gekostet.

Weiteres Highlight war die uns zur Verfügung stehende Sauna mit dazugehörigem Loch im zugefrorenen See oder der Alternative sich im reichlich vorhandenen Schnee zu wälzen. Die Möglichkeiten wurden intensiv genutzt. Ich empfehle das Eiswasser. Es ist wesentlich angenehmer und einpaar Grad wärmer als die Schneekristalle, die auch noch Minuten später auf der Haut brennen.

Erwähnenswert war auch noch die Schneeballschlacht epischen Ausmaßes – an der ich glücklicherweise nicht teilgenommen habe. Angezettelt wurde sie von Deutschen, die sich binnen kürzester Zeit alle übrigen anwesenden Nationalitäten zum Feind gemacht hatten und sich der Übermacht geschlagen geben mussten. Die Geschichte scheint sich also irgendwie doch zu wiederholen ;)

Was bleibt mir noch zu erwähnen? Nun, ich habe mein Repertoire an der/die/das “nördlichste” ordentlich erweitert. Immerhin kenne ich jetzt dank unseres Busfahrers den nördlichsten LIDL Europas – er moderierte diese Sehenswürdigkeit übrigens mit “Are there any Germans in the bus?” an. Zudem hab ich nette Aussteigerfinnen kennen gelernt, die diesen Hüttenkomplex betreiben. Einer von ihnen hat mal bei der Marketingabteilung von Nokia gearbeitet, war weltweit unterwegs und hat sich dann einfach nach dem richtigen Winter gesehnt. Eine andere meinte zu uns, dass sie Südfinnland nicht mag, dort wären ihr zu viele Menschen. Mitteleuropa würde sie wahrscheinlich in eine tiefe seelische Krise stürzen.

Ich freu mich allerdings schon auf Berlin und bald auch Brüssel. Bald heißt es hier “Goodbye Finland”. Bis dahin poste ich aber sicherlich noch ein paar Mal sinnlosen Weihnachtskram. Bis dann!